14.04.04

» Udk Berlin, Sommersemester 2004

Sommersemester 2004
Universität der Künste Berlin – Sound Studies

Seminar: Akustische Kommunikation. Auditive Formensprachen in den Medien
von Sabine Breitsameter

Das Spektrum der akustischen Gestaltungsweisen ist enorm. Bewusst und
effektiv eingesetzt werden sie in Alltag und Medien allerdings nur
selten. Dabei lassen sich durch qualitativ hochwertige akustische
Gestaltung faszinierende Wirkungsweisen im Zusammenspiel von
Geräusch, Musik und Wort erzielen, auch im Kontext mit visuellen
Komponenten.

Das Seminar möchte analysieren: Wie kann man Sprache,
Geräusch und Musik einsetzen, um Aussage oder Atmosphäre wirksam zu
kommunizieren? - Welche Gestaltungsweisen wirken abgegriffen? Was
bleibt Effekthascherei? Was bedeutet: "Aufmerksamkeit schaffen"? -
Ausgehend von der Gesamtheit der radiophonen Formensprache
untersuchen wir kritisch den Gestaltungskanon des Auditiven, um ihn
schließlich produktiv auf andere Umgebungen (z.B. Radio, Internet,
Film , akustisch inszenierten Realität und Produktdesign) zu
übertragen.

Literatur:
Berger, John, Ways of Seeing, London/Grossbritannien 1972.
Schafer, R. Murray, The Tuning of the World, Toronto/Kanada 1977.
Truax, Barry, Acoustic Communication, 2nd Edition, Westport/USA 2001.

Vorbesprechung: Fr, 16.4.: 14-16 h
Block 1: Fr, 23.4.: 10-16 h
Block 2: Fr, 14.5. 10-16 h
Block 3: Fr, 11.6. 10-16 h
Block 4: Fr, 25.6., 10-16 h
Block 5: Fr, 2.7., 12-16 h (Auswertung)

In diesem Seminar geht es weder darum, zu vermitteln, was gestalterisch „richtig“ bzw. „falsch“ ist, noch liegt der Schwerpunkt auf technischer Anwendungseuphorie oder dem Nacheifern vermeintlicher professioneller Gestaltungsstandards. Vielmehr soll es um die systematische und selbstkritische Ausweitung des individuellen akustischen Vorstellungs-, Urteils- und Gestaltungsvermögens gehen. Dazu werden wir im Seminar vor allem zuhören, dabei auch ausprobieren und experimentieren. Es gilt, Erfahrungswerte zu gewinnen, die wir miteinander austauschen und diskutieren. Das Ziel ist, Kriterien zu formulieren, die v o r der individuellen auditiven Gestaltungsarbeit liegen.


Block 1: Fr, 23.4.: 10-16 h
Kritisches Hören – gestaltendes Hören
∑ Welche technischen und kulturellen Konzepte determinieren das Hören?
∑ Welche Konzepte des Hörens gibt es?
∑ Was kann Klang leisten und darstellen?
∑ In welcher Beziehung steht das alltägliche Hören zur Praxis auditiven Gestaltens?


Block 2: Fr, 14.5. 10-16 h
Das atmosphärische Potential des Auditiven
∑ Raum, Ambience, Soundscape ... – was genau ist akustische Atmosphäre?
∑ Mit welchen Mitteln kann man Atmosphäre herstellen?
∑ Kommunikative Wirkungen von Atmosphäre
∑ Atmosphäre, Aussage und Form
∑ Ideologie von Werkzeugen und Produktionsmitteln

Block 3: Fr, 11.6. 10-16 h
Der Zeichencharakter des Auditiven
∑ Was ist ein akustisches Zeichen?
∑ Akustische Zeichen-Systematik gemäß Truax/Schafer
∑ „Zur Kenntlichkeit entstellt“: Konzeption und Gestaltung akustischer Zeichen
∑ Material – Form – Aussage

Block 4: Fr, 25.6., 10-16 h
Die Gestaltbarkeit der Zeit
∑ Tempo, Rhythmus, Permanenz, Plötzlichkeit
∑ Die Rolle von Pausen und Stille
∑ Effekthascherei vs. kulturelle Gegenentwürfe

Block 5: Fr, 2.7., 12-16 h
Die Textur der akustischen Gestalt
∑ Mischung und Dramaturgie
∑ Stimme
Offen für Wünsche der Seminarteilnehmer; Auswertung.

posted by Sabine Breitsameter at 14.04.04 22:23

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